25 Jahre Bayerisch-Ungarische Freundschaft
25 Jahre Bayerisch-Ungarische Freundschaft
Deutsch-Ungarischer Freundeskreis und Stadtdelegation besuchen zum Jubiläum die Partnerstadt Veszprém
Die vor 25 Jahren im April 2000 gegründete Städtepartnerschaft zwischen Passau und Veszprém wird seither von Freundeskreisen in beiden Städten durch viele Aktivitäten unterstützt. So ist der Besuch der ungarischen Freunde zur Passauer Maidult ebenso gute Tradition wie der Besuch der Passauer in Veszprém anlässlich der jährlichen Giselatage. Dieses Mal reisten unter der Leitung von Präsident Nándor Mehrl nicht nur über dreißig Mitglieder des Freundeskreises und Gäste in die Stadt der Königinnen, sondern mit ihnen auch Bürgermeister und Vizepräsident Andreas Rother, mehrere Stadträtinnen und Stadträte mit Begleitung sowie ein Mitarbeiter des Kulturamtes, um das Jubiläum gebührend zu feiern.
Auf Initiative des ungarischen Freundeskreises wurde die fußläufige Ver-bindung vom Domberg zur Altstadt als „Treppe der Königinnen“ benannt. Die langjährige Präsidentin des Vereins, Gyuláne Szabó, erläuterte den Gästen aus Passau den geschichtlichen Hintergrund, bevor die beiden Bürgermeister Gyula Porga und Andreas Rother das Straßenschild enthüllten. Zwei Passauer Gold-haubenfrauen gaben der kleinen Feier einen festlichen Rahmen.
Beim Festakt im Rathaus mit anschließendem Stehempfang würdigten Bürgermeister Rother und Porga in ihren Reden nicht nur die durch den ersten christlichen ungarischen König Stephan dem Heiligen und seiner aus Bayern stammenden Gattin Gisela über 1000-jährige historische Verbindung zwischen Bayern und Ungarn, sondern erneuerten durch ihre Unterschrift auch die Partnerschaft zwischen Passau und Veszprém.
Wie stark die Städtepartnerschaft von den Freundeskreisen getragen und mit Leben erfüllt wird, zeigte eindrucksvoll die von den ungarischen Freunden organisierte Fotoausstellung im Foyer des Rathauses. In vielen Farbbildern wurden die wichtigsten Veranstaltungen, Begegnungen und Aktivitäten der beiden Freundeskreise in den vergangenen 25 Jahren dokumentiert.
Am Abend begrüßten mit großer Freude Präsident Dezsö Englert und Vizepräsident Rudolf Láng die vielen Gäste des traditionellen Begegnungs-festes im Hotel Gizella. Insbesondere hieß Láng den neuen Präsidenten Nándor Mehrl und seinen Vorgänger Reinhard Wachtveitl herzlich willkommen. In gleicher Weise galt sein Gruß Bürgermeister Andreas Rother mit Gattin und der städtischen Delegation sowie Bürgermeister Gyula Porga, Erzbischof Dr. György Udvardy, Generalvikar Dr. István Takács, dem bei der Begründung der Städtepartnerschaft amtierenden Bürgermeister Dr. László Dióssy, dem Vertreter der Selbstverwaltung Áron Kovács, dem ersten Präsidenten des Vereins, Josef Stumpfhauser, sowie Gyuláne Szabó, die zehn Jahr lang den ungarischen Freundeskreis geleitet hat.
Láng ging nochmals auf die schönen Erlebnisse beim kürzlichen Besuch in Passau ein, insbesondere auf den Empfang durch Bürgermeister Rother im Rathaussaal und die Domführung durch Dompropst Dr. Michael Bär. Er er-innerte an die geschichtliche Verbindung der Bayern und Ungarn und dankte allen, die auf diesem Fundament die jetzige Freundschaft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern der beiden Städte entwickelt habe, insbesondere der Gründungspräsidentin Amanda Dropalla. Ohne einen gemeinsamen Willen und harte Arbeit wäre dies alles nicht möglich gewesen. Er wünsche sich, dass die Freundschaft noch lange bestehen bleibt.
Präsident Nándor Mehrl erwiderte, dass er noch nicht lange Mitglied des Deutsch-Ungarischen Freundeskreises sei und vermutlich bereits einer neuen Generation angehöre, er aber bei seinem ersten Besuch in Veszprém vom ungarischen Freundeskreis sehr herzlich und mit großem Vertrauen empfangen wurde. Dies sei eine wichtige Grundlage für eine gute und erfolgreiche Zu-sammenarbeit in der Zukunft. Er freue sich sehr, dass auch die Bürgermeister heute die Bedeutung Europas und das gelebte europäische Miteinander betont haben. Genau das bedeuten nämlich die Städtepartnerschaften und die Beziehungen zwischen unseren Vereinen: Europa wirklich zu leben!
Nach Überreichung der Jubiläumsgeschenke begeisterten die jungen Tänzerinnen und Tänzer der Gruppe Pergö Rozmaring mit ihren tempera-mentvollen Auftritten. Sie zeigten ihr Können bereits in Passau beim Mai-dultbesuch der ungarischen Freunde. Großen Applaus erntete auch das Sängerpaar des Petöfi Theaters Sopron für die schwungvollen Operetten-melodien und die Tanzeinlagen. Bei flotter Musik von Alleinunterhalter Sándor Bakonyvári wurde bis spät abends das Tanzbein geschwungen und die bayerisch-ungarische Freundschaft gepflegt.
Der Samstag stand ganz im Zeichen des Giselafestes. Musikalisch besonders feierlich gestaltet durch Orgel, Bläser und Chor zelebrierte Erzbischof Dr. György Udvardy zusammen mit weiteren Geistlichen die Hl. Messe im Dom St. Michael. Besonders willkommen hieß er den Deutsch-Ungarischen Freundes-kreis Passau-Veszprém. Bereits am Morgen hatten Präsident Nándor Mehrl und die Präsidiumsmitglieder Dr. Norbert Olf und Prof. Dr. Holm Putzke zusammen mit Vizepräsident Rudolf Láng die Baby-Frühgeborenen-Rettungsstiftung Veszprém besichtigt. Sie konnten sich davon überzeugen, dass die beim letzten Adventsingen des Freundeskreises in der ehem. Klosterkirche Passau-Niedernburg gesammelten Spendengelder in Höhe von 1.000 € gut angelegt sind.
Auf dem weiteren Programm stand eine Führung durch das „Code“, eine futuristische Einrichtung ähnlich wie das Ars Electronica Center in Linz.
Als Höhepunkt der Giselatage fand am Nachmittag der traditionelle Festzug mit den historischen Figuren des Königspaares Stephan und Gisela in der Altstadt statt, an dem auch die Mitglieder der Freundeskreise teilnahmen. Diese waren anschließend noch vom Deutschklub Veszprém in das Deutsche Haus zu einem gemütlichen Zusammensein eingeladen.
Einen schönen Abschluss der viertägigen Ungarnreise bot der Besuch des Schlosses Helikon in Keszthely am Westufer des Balatons. Es war seit
Mitte des 18. Jahrhunderts 200 Jahre lang im Besitz der Familie Festetics.
Einen besonderen Wert stellt die einzig unversehrt gebliebene hochadelige Privatbibliothek von Ungarn mit über 80.000 Bänden aus dem 18. und 19. Jahrhundert dar.
Vor der Heimfahrt konnten die Passauer Gäste am Sonntagnachmittag in einem Strandlokal zusammen mit Veszprémer Freunden noch die gute ungarische Küche sowie den Blick auf das „Ungarische Meer“, dem Plattensee, genießen.
Text: Reinhard Wachtveitl, DUF
Fotos: Reinhard Wachtveitl, DUF
20.5.2025
veröffentlicht am 20. Mai 2025
