70 Jahre nach dem Ungarnaufstand: Feierstunde in Passau mit Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó
Die Redner der Veranstaltung (v.l.): Konrad Kobler, Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó, Oberbürgermeister Andreas Rother, Nándor Mehrl, Dr. Michael Bär – Foto: Clemens Schlie
Feierliche Kranzniederlegung und gemeinsames Picknick mit Blick auf die Passauer Altstadt: So würdigte der Deutsch-Ungarische Freundeskreis Passau-Veszprém die Freundschaft der beiden Länder. Unter den Gästen waren Oberbürgermeister Andreas Rother, Ungarns Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó, eine Abordnung des St. Georgs Ordens, Dompropst Dr. Michael Bär sowie die Stadträte Georg Steiner, Holm Putzke und Urban Mangold.
Stephanskreuz als Gedenkort für die Opfer des Aufstandes
Nándor Mehrl, Vorsitzender des Freundeskreises, betonte in seiner Begrüßung: „Freundschaft und Solidarität sind unverzichtbare Werte unserer gegenseitigen Beziehungen“. Am Ort des Geschehens hatte 1957 das Katholische Jugendwerk zum Gedenken an die Opfer des Aufstandes das Stephanskreuz errichtet. Für die Flüchtlinge, die sich nach der gescheiterten Revolution in Ungarn 1956 in Bayern ansiedelten, waenr der Ort und das Stephanskreuz ein Symbol der Aufnahme und Hoffnung.
Der aus München angereiste Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó hob hervor, dass das Gedenken in Passau aus tiefer Verbundenheit Bayerns mit Ungarn begangen werde. „Wenn wir am Stephanskreuz zusammenkommen, stehen Freundschaft und christliche Wurzeln im Mittelpunkt der Erinnerung.“ Die Partnerschaft lebe von regelmäßigen gemeinsamen Veranstaltungen – wie zuletzt dem Gedenktag der Seligen Gisela im Mai. Künftig hätten beide Länder Großes vor, wie Tordai-Lejkó ankündigte: „Bald entsteht ein gemeinsames Kulturprojekte des Museum Moderner Kunst mit der ungarischen Akademie der Künste“. Bis heute gelte, so der ungarische Diplomat, dass die Bayerisch-Ungarische Freundschaft von den Menschen getragen werde, die sie Tag für Tag mit Leben erfüllen.
„Die ungarischen Freunde sind mutig vorangegangen.“
Alt-MdL Konrad Kobler, Prior der St. Georgs-Ritterschaft Passau, hielt einen Appell für ein geeintes Europa. „Am Stephanskreuz, dem Symbol für Demokratie, Toleranz und Völkerverständigung, kommt die Verbundenheit unseres Ordens mit dem Denkmal zum Ausdruck“. Die Erinnerung an den Ungarnaufstand und den Widerstand gegen sowjetische Herrschaft hinter dem Eisernen Vorhang müsse lebendig bleiben. In Zeiten der Herausforderung für die Freiheit und Freundschaft der Völker mahnte Kobler zum Abschluss seines Beitrags, „führt an einem gemeinsamen Europa kein Weg vorbei.“ Zum Gedenken stiftete deshalb der St.-Georgs-Orden einen Blumenkranz, der, unterlegt von der Musik der St. Michaels-Bläser, vor dem Kreuz niedergelegt wurde. Dompropst Dr. Michael Bär hob seinerseits das verbindende Band der Donau zwischen Bayern und Ungarn hervor. Die Aufnahme, Integration und Bereicherung der Ungarnflüchtlinge nach 1956 in Bayern sei in jeder Hinsicht ein Gewinn für Bayern gewesen. Bär mit schloss einem Gebet für den Frieden.
Bevor das von den Mitarbeitern des ungarischen Generalkonsulats hergerichtete Picknick begann, dankte Oberbürgermeister Andreas Rother dem Generalkonsul und hob den Freiheitsdrang des ungarischen Volkes hervor. „Die ungarischen Freunde sind mutig vorangegangen.“ So sollten wir ihrer heute und in künftiger Zeit gedenken, „Freundschaft pflegen und die Gemeinschaft leben“.
PNP, Clemens Schlie, 06-07-2026
veröffentlicht am 7. Juli 2026
