Reinhard Wachtveitl führt jetzt den Deutsch-Ungarischen Freundeskreis – Amanda Dropalla für ihr Wirken geehrt –

PNP-Bericht und Fotos von Josef Heisl

Der Deutsch-Ungarische Freundeskreis Passau-Veszprém ist eine rührige Gemeinschaft mit 296 Mitgliedern, die sich in Punkto Völkerverständigung mit Ungarn große Verdienste er-worben hat. Seit 20 Jahren gibt es diesen Verein und 20 Jahre lang war Amanda Dropalla seine Präsidentin. Aus gesundheitlichen Gründen musste sie sich aber im vergangenen Jahr aus diesem Ehrenamt zurückziehen, vorübergehend übernahm die Vizepräsidentin Hanne Wachtveitl die Führung. Jetzt wurde bei einer Nachwahl bis zum Ende der Legislatur im Jahre 2021 die Struktur wieder ergänzt und Reinhard Wachtveitl in geheimer Wahl zum neuen Präsidenten gewählt.

Als amtierende Präsidentin begrüßte Hanne Wachtveitl im Gasthof Aschenberger neben den Präsidiumsmitgliedern Domdekan em. Prof. Dr. Otto Mochti und Oberbürgermeister Jürgen Dupper die weiteren Bürgermeister Urban Mangold und Erika Träger, Vizelandrat Klaus Jeggle sowie die Stadträte Clemens Damberger und Siegfried Kapfer ganz besonders. Wachtveitl lobte die Unterstützung, die sie in dieser Übergangszeit erfahren habe. Mit 15 Veranstaltungen habe man ein umfangreiches Jahresprogramm bewältigt, das später ihr Ehemann und Schriftführer Reinhard Wachtveitl mit interessanten Bildern unterlegt, vorstellte.

Vor 20 Jahren seien die Freundeskreise in Passau und Veszprém gegründet worden, alles im Lichte des Wirkens der seligen Gisela, die als bayerische Adelige Königin von Ungarn wurde und nach dem Tod ihres Ehemannes später das Amt der Äbtissin im Kloster Niedernburg in Passau übernommen hatte, wo sie auch beigesetzt ist. In einem Totengedenken erinnerte die Vorsitzende an die Mitglieder Franz Vogl, Franz Lehner, Heinrich Weidenthaler, Carmen Geller, Lajos Bajai und Peter Gahbauer, die im letzten oder diesem Jahr verstorben sind.

Mit Blumen dankte sie den Präsidiumsmitgliedern Roland Habschied, Reinhard Wachtveitl, Prof. Dr. Otto Mochti, Agathe Vogel und Erich Unrecht, sowie der Stadt Passau mit Jürgen Dupper an der Spitze für die große Unterstützung während der Vakanz. Als neue Beisitzerin begrüßte sie Gründungsmitglied Bettina Caspary. In seinem Jahresbericht ging Reinhard Wachtveitl dann auf die vielen Veranstaltungen, wie die Faschingsmatinee in Salzburg, den Besuch der ungarischen Freunde zur Maidult mit anschließender Fahrt nach Weltenburg und zur Befreiungshalle, dem Festgottesdienst zu Ehren der seligen Gisela, der Gedenkfeier am Stephanskreuz, der Fahrt zum Landtag mit MdL Dr. Gerhard Waschler sowie einem Musical-besuch in Linz ein.

Der Stammtisch beim Streiblwirt sei gut besucht gewesen, ebenso das Adventsingen in der Klosterkirche. Unvergesslich seien die Giselatage in Veszprém gewesen, wo man von den ungarischen Freunden bestens betreut worden sei. Schließlich habe man noch der Passauer Tafel 1.100 Euro gespendet. Im Anschluss an diese so ansprechende Darstellung berichtete Schatzmeister Roland Habschied über gesunde Finanzen, Clemens Damberger verlas den positiven Kassenprüfungsbericht, danach wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Dann folgte die recht emotionale Verabschiedung der bisherigen Präsidentin Amanda Dro-palla, die selbst erklärte, gerne in den „Ruhestand“ zu treten. Am Ball bleibe sie ja, weil sie und ihr Gatte Gottfried Mitglied bleiben. Zum Abschied gab es Geschenke und eine herzliche Laudatio von Domdekan em. Prof. Dr. Otto Mochti.

Jetzt wurde Stadtrat Clemens Damberger beauftragt, die Nachwahlen durchzuführen. Ge-wählt wurde Reinhard Wachtveitl in geheimer Wahl einstimmig zum neuen Präsidenten für das restliche Jahr, nachdem dann turnusgemäß die Wahlen für vier Jahre stattfinden. Wacht-veitl war bis zum Ruhestand Leiter des Kulturamtes der Stadt Passau und an der Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Passau und Veszprém im Jahr 2000 beteiligt. Nachdem Hanne Wachtveitl als Vizepräsidentin zurücktrat und sich kein Nachfolger fand, bleibt dieses Ehrenamt vorläufig unbesetzt. Neuer Schriftführer wurde Dr. Norbert Olf, Lehrer am Auersberg-Gymnasium Passau und Ritter im St. Georg Orden.

Es sei eigentlich verwunderlich, dass es bis zum Jahr 2000 gedauert habe, bis der Verein gegründet worden sei, meinte Oberbürgermeister Jürgen Dupper angesichts der engen Bindungen zwischen Passau und Ungarn. Die Beziehungen seien ja über Hunderte von Jahren sehr eng und freundschaftlich gewesen. Es sei schon interessant was da herange

wachsen sei und heute in einem riesigen Programm münde. Reihenweise gebe es besondere Veranstaltungen und es habe sich schon eine Selbstverständlichkeit entfaltet. „Danke für das, was du uns geschenkt hast“, richtete er seine Worte dann an Dropalla. Wachtveitl, den er ja als Dienstherr kenne, wünschte Dupper ein glückliches Händchen.

Respekt für all das Gehörte zollte Vizelandr

at Klaus Jeggle dem Verein. Da sehe man auch, was an so einem Ehrenamt dran hänge, das sei ja fast schon ein Hauptamt. Amanda Dropalla habe in den 20 Jahren Enormes geleistet. Verständigung unter den Völkern könne von keiner Regierung verordnet werden, sie müsse wachsen, man müsse miteinander reden. „Ihr sorgt dafür, dass Europa friedlich ist, da haben Hetzer keine Chance“, stellte der Landrat deutlich fest. Der Freundeskreis sei schon etwas Besonderes, weit mehr als nur ein „Tourismusunter-nehmen“. Hier werden Glaube, Brauchtum und Kultur gelebt.

In einem kurzen Ausblick wurde noch auf die Faschingsmatinee in Salzburg verwiesen, zu der es schon eine Warteliste gebe, zu den Giselatagen in Veszprém, wo man sich zügig anmelden sollte und zum Stammtisch beim Streiblwirt am 25. März, zu dem man sich wieder treffen werde.

Laudatio zum Ausscheiden der Präsidentin Amanda Dropalla:

Mit herzlichen anerkennenden Worten schilderte Domdekan em. Prof. Dr. Otto Mochti Werdegang und Wirken von Amanda Dropalla im Deutsch-Ungarischen Freundeskreis Passau-Veszprém und dankte ihr im Namen aller Mitglieder.

Dass die beiden Städte für eine Partnerschaft prädestiniert seien, sei schon in den Jahr-hunderte bestehenden geistigen Verbindungen begründet und dass Passau das Grab der seligen Gisela in Niederburg hüten dürfe. Auch der legendäre Bischof Franz Xaver Eder hatte schon enge Kontakte gepflegt. Da sei es nur nahegelegen, dass Amanda Dropalla, die beruflich Beauftragte für die Ostkirchenhilfe der Caritas gewesen sei, sich besonders für Ungarn eingesetzt habe und auch Kontakte knüpfte.

Seit der Gründung am 1. März 2000 habe Dropalla als Präsidentin mit Herz, Verstand, Leidenschaft und Umsicht sowie einer unerschöpflichen Phantasie die zunächst papierene Verbindung zum Leben erweckt und mit immer neuen Impulsen fortdauern lassen. Sie sei nicht nur das Gesicht des Freundeskreises, sondern auch Herz, Motor und Seele gewesen und habe sich mit ihrem Charme und ihrer Offenheit eingesetzt. Eine Partnerschaft werde umso tiefer begründet je besser man sich kenne und einander mit Respekt begegne, stellte Dr. Mochti fest. Eine Partnerschaft beziehe ihre Vitalität aus den Personen, die sie leben. Eine Schlüsselrolle in diesem Lebenskreis der Völkerfreundschaft zwischen Deutschen und Ungarn habe vor allem sie, Amanda Dropalla, zwei Jahrzehnte hindurch gespielt“, stellte Dr. Mochti anerkennend heraus.

Man brauche nur die vielen Veranstaltungen Revue passieren lassen, das spirituelle und das gesellige sehen, dann könne man von einem der lebendigsten Vereine in der Stadt Passau sprechen. Hohe Ehrungen und Anerkennungen seien ihr mit Recht zuteil geworden. So habe sie die Partnerstadt Veszprém mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet, Passau habe ihr die Ehrennadel für besondere Verdienste  verliehen und aus Ungarn habe sie den Ungarischen Verdienstorden erhalten.

„Wir alle freuen uns darüber, dass ihr vielfältiges, umfassendes, nachhaltiges Wirken durch diese Ehrungen auch öffentlich gewürdigt worden ist“, freute sich der Laudator und schloss mit einem herzlichen Dank aller Mitglieder des Freundeskreises an Amanda Dropalla und ihren Ehemann Gottfried, der immer hilfreich an ihrer Seite gestanden sei.

Bild: Dem neuen Präsidenten Reinhard Wachtveitl (steh.5.v.li.) und dem neuen Schriftführer Dr. Norbert Olf (re.) gratulierten stehend v.li. Roland Habschied, Stadtrat Siegfried Kapfer, Oberbürgermeister Jürgen Dupper, Prof. Dr. Otto Mochti, Vizelandrat Klaus Jeggle, Bürger-meister Urban Mangold und Stadtrat Clemens Damberger, sitzend v.li. Agathe Vogel, Amanda Dropalla, Hanne Wachtveitl und Bürgermeisterin Erika Träger. (Foto: Josef Heisl)

Bild: Der amtierenden Präsidentin Hanne Wachtveitl (re.) war es vorbehalten, die scheidende Präsidentin Amanda Dropalla zu verabschieden, Laudator war Domdekan em. Prof. Dr. Otto Mochti. (Foto: Josef Heisl)

veröffentlicht am 14. Februar 2020

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