Passau und Veszprém in Freundschaft verbunden
Mit gegenseitigen Besuchen haben die Freundeskreise in Passau und in der ungarischen Partnerstadt Veszprém ihre seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten währende Freundschaft gepflegt und weiter vertieft. Traditionell waren am ersten Maidultwochenende 48 Vesz-prémer nach Passau gekommen, um am Festgottesdienst im Dom St. Stephan und am

großen Trachten- und Schützenfestzug in ungarischer Tracht teilzunehmen. Das an-schließende gemeinsame Mittagessen und das süffige Festbier im Dultstadl genossen

die Gäste sehr. Am Tag zuvor unternahmen die Mitglieder der beiden Freundeskreise zusammen einen Ausflug nach Kelheim und Weltenburg. Der imposante Rundbau der Befreiungshalle auf dem Michelsberg in Kelheim beeindruckte nicht nur die Gäste aus Ungarn. Er wurde vom bayerischen König Ludwig I. als Gedenkstätte für die siegreichen Schlachten gegen Napoleon in den Befreiungskriegen 1813 – 1815 erbaut. Mit dem Schiff ging es dann durch den einzigartigen Donaudurchbruch mit seinen bis zu 80 Meter hohen steilen Felsformationen weiter zum ältesten Kloster Bayerns. Die Benediktinerabtei Welten-burg wurde bereits im Jahre 620 gegründet. Die von den Gebrüdern Asam gestaltete Klosterkirche gehört zu den Juwelen des an prächtigen Barockkirchen reichen Bayerns.

In der ältesten Klosterbrauerei der Welt wird seit fast 1000 Jahren dunkles Bier gebraut.

Auf der Rückfahrt besichtigten die Veszprémer und Passauer noch die Basilika des 741 gegründeten Benediktinerklosters Niederaltaich, bevor sie nach einem gemütlichen Beisammensein in der Klosterschenke heimkehrten.

Mit der Fahrt zu den Giselatagen nach Veszprém, das 2023 Kulturhauptstadt Europas sein wird, erwiderten die Passauer den Besuch der ungarischen Freunde. Der 42-köpfigen Reise-gruppe gehörten nicht nur Mitglieder an, sondern auch zahlreiche Goldhaubenfrauen mit

ihrer Vorsitzenden Bernadette Pololak und eine große Tanzgruppe mit zwei Musikern des Volkstanzkreises Passau und dessen Vorsitzende Monika Meyer. Besonders stolz war der Freundeskreis, dass auch die Bürgermeisterin der Stadt Passau, Erika Träger, am Besuch der ungarischen Partnerstadt teilnahm. Sie überbrachte bei dieser Gelegenheit die besten Grüße von Oberbürgermeister Jürgen Dupper und des Stadtrates.

Mit besonderer Freude wurden die Passauer schon von den ungarischen Freunden in der Mensa der Universität zu einem unterhaltsamen Begegnungsabend erwartet. Vorsitzende Gyuláné Szabó und Stellvertreterin Eva Szeitl begrüßten mit großer Herzlichkeit Vize-präsidentin und Reiseleiterin Hanne Wachtveitl zusammen mit mehreren Präsidiumsmitgliedern sowie die zahlreichen Passauer Gäste, darunter Präsidentin Amanda Dropalla mit ihrem Mann.

Angeführt von Monika Meyer wurde gemeinsam getanzt und gesungen, musikalisch unterstützt von Ludwig Hiebinger und Renate Bauer (Steirische Harmonika und Gitarre).

Der Samstag stand im Zeichen des Giselafestes. Zahlreiche Gläubige feierten bei bestem Wetter mit Erzbischof Dr. Gyula Márfi auf dem Dreifaltigkeitsplatz vor dem Dom die Messe. Erstmals nahm daran auch Bischof Dr. Stefan Oster aus Passau teil. Im Mittelpunkt seiner eindrucksvollen Predigt stand das Leben und Wirken von Gisela, der ersten ungarischen Königin und Gemahlin des Hl. Stephans, und ihre besondere Verbindung zu Passau. Msgr. Gerhard Hettler wirkte am Gottesdienst ebenfalls mit. Nachdem die Reliquie der Selige Gisela in den Dom zurückgebracht wurde, erteilte Bischof Oster allen Gläubigen den Gisela-segen. Anschließend lud Erzbischof Márfi die hohe Geistlichkeit und auch die Passauer Delegation zum Empfang in das Erzbischöfliche Palais ein.

Wie sehr sich Veszprém mit Passau verbunden fühlt, zeigt sich u.a. auch daran, dass seit dem Jahr 2006 auf Initiative der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung in einem Kreisverkehr Richtung Balaton die Holzfigur einer Goldhaubenfrau, geschnitzt von einem ungarischen Künstler, steht. In diesem Jahr wurde sie erneuert. Dies war Anlass für eine kleine Feier, zu der Bürgermeister Gyula Porga und János Rózsa als Vorsitzender der Ungarndeutschen eigens die Damen der Alt-Passauer Goldhaubengruppe eingeladen hatten. Bürgermeisterin Erika Träger betonte in ihrem Grußwort, dass die Skulptur einer Passauer Goldhaubenfrau hier in Veszprém nicht nur ein gelungenes Kunstwerk, sondern zugleich auch Symbol und Ausdruck der engen freundschaftlichen Verbundenheit unserer Passauer Bürgerinnen und Bürger sei.

Am Nachmittag zeigte am Kossuthplatz der Volkstanzkreis Passau unter großem Beifall der zahlreichen Zuschauer bayerische Tänze. Am historischen Festumzug durch die Altstadt zur Burg, an der Spitze die Darsteller von Königin Gisela und ihrem Bischof, nahmen auch die Passauer Goldhaubenfrauen und die Mitglieder des Volkstanzkreises teil. Ihre Trachten fanden bei den Zuschauern besonderes Interesse. Auf der Freilichtbühne vor dem Dom folgte das Kulturprogramm der Stadt Veszprém mit der Verleihung des Giselapreises.  Beim abendlichen Empfang durch Bürgermeister Porga im Hotel Villa Medici war auch Bürger-meisterin Erika Träger eingeladen, die von Kulturamtsleiter a.D. der Stadt Passau, Reinhard Wachtveitl, begleitet wurde.

Am Sonntagnachmittag rundete der Besuch des Nationalitätentages im Petöfi-Theater mit anschließendem Empfang auf Einladung der Deutschen Selbstverwaltung das dreitägige Aufenthaltsprogramm der Passauer Freunde ab.

 

 

Text: Reinhard Wachtveitl, DUF

16.5.2019

veröffentlicht am 16. Mai 2019

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